stadtbahnwolke
Wiener Knoten – Wilde Metropole
urban housing concept and design
Spittelau, Vienna
Der Knoten Spittelau, ein Ort der Gegensätze, wird von den Linien der Stadtbahnbögen durchzogen. Früher bildeten diese eine Einheit, jetzt sind sie in drei Teile geteilt. Besonders spannend hat sich der Teil zwischen Spittelau und Nußdorfer Straße herausgestellt: Entscheidend ist hier der Anknüpfunkspunkt an den wilden Knoten Spittelau sowie die innerstädtische Lage am Döblinger Gürtel. Die von der U6 befahrenen Bögen weisen allerdings gerade im mittleren Bereich besonders viel Leerstand auf und der Straßenraum ist für Zu-Fuß-Gehende und Radfahrende derzeit unattraktiv.
Mit der Überbauung der Stadtbahnbögen, der „StadtbahnWolke“, im Bereich des Döblinger Gürtels sollen einerseits die zahlreichen Leerstände durch das Aufkommen einer größeren Bewohnerschaft im Erdgeschoss belebt, andererseits der derzeit sehr beengte Straßenraum zu einem qualitativ hochwertigen Freiraum werden.
Architektonisch ist bei der Überbauung das Bild des Bogens weitergeführt sowie überspitzt worden (Camouflage). Die Lastabtragung erfolgt über eine eigene Tragstruktur, die in Form von Arkaden die Erdgeschosszone bereichert. Mit Erschließungsspangen wird die Überbauung punktuell an den Straßenraum angeknüpft. Hochwertige Freiräume unter freigelegten Bogenkonstruktionen geben dem neuen Stadtgeschoss zusätzlichen Flair.
Konzeptionell ist die Bebauung in Wohnen und Arbeiten gegliedert. Um den Selbstbau-Gedanken, der bereits von dem bisherigen Umgang mit den Bögen bekannt ist, gezielt zu fördern, sind sogenannte „Wohn- und Arbeitspuffer“ festgelegt worden. Als gemeinschafliche Erweiterung sind sie den Bewohner*innen der Stadtbahnwolke frei und offen zugänglich und bieten umfassende Gestaltungsmöglichkeiten. Um einen geregelten Ablauf des Selbstbaus zu gewährleisten werden sogenannte Wohnpat*innen eingesetzt, deren Wohnungen mit den Pufferzonen direkt verknüpft sind. Mit der Erarbeitung einer fiktiven „wilden“ Figur namens Nela wurde der Alltag einer solchen Wohnpatin spielerisch und mittels Planmaterial ausformuliert. Ein wildes Wohnviertel ensteht, welches sich ständig wandeln kann.







